Osteopathie

PHILOSOPHIE DER OSTEOPATHIE

In der Osteopathie wird der Mensch als "Ganzes" betrachtet - mit seinem Körper, seinem Geist und seiner Seele. All diese Bereiche sind miteinander verbunden und werden daher in die Behandlung mit einbezogen.

 

 

LANGFRISTIG ZUM ERFOLG

Es werden also nicht zwangsläufig die Symptome an der Stelle des Schmerzgeschehens behandelt. Vielmehr soll die Ursache der Beschwerden gefunden und behandelt werden. Die Behandlung soll also nicht nur kurzfristig Linderung bringen, sondern langfristig zum Erfolg führen. Aus diesem Grund ist die Osteopathie bei einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen einsetzbar.

GANZHEITLICHE METHODE

Die Osteopathie ist keine neue, vielleicht zweifelhafte Heilslehre, sondern ein ganzheitliches Verfahren auf einem soliden Fundament. Der Organismus soll dabei unterstützt werden, sich selbst zu helfen.

WIE STEHT DIE OSTEOPATHIE ZU ANDEREN VERFAHREN UND HEILWEISEN?

In theoretischen Grundlagen stimmt die Osteopathie mit der Schulmedizin und anderen Naturwissenschaften weitgehend überein. Mit ihrer ganzheitlichen Sichtweise kann sie eine solche Behandlung ergänzen. Manchmal ist die Osteopathie auch eine gleichwertige Alternative oder sogar der bessere Weg zu einer dauerhaften Linderung der Beschwerden.

Aus schulmedizinischer Sicht gehört die Osteopathie, ebenso wie z. B. die Homöopathie und die chinesische Medizin (TCM), zu den "alternativen Heilmethoden".

 

 

DIE DREI BEREICHE DER OSTEOPATHIE

Parietaler Bereich

Der parietale Bereich umfasst den Bewegungsapparat mit seinen Knochen, Sehnen, Muskeln und Bändern.

Cranio-sacraler Bereich

Der cranio-sacrale Bereich beinhaltet das Zusammenspiel von Gehirn und Rückenmark, also dem zentralen Nervensystem (ZNS). Dies zieht sich vom Schädel aus über die Wirbelsäule bis zum Steißbein hin.

Visceraler Bereich

Für den visceralen Bereich der Osteopathie sind die inneren Organe des Menschen von Bedeutung.

 

 

GESCHICHTE DER OSTEOPATHIE

Der Begründer

Andrew Taylor Still, der Begründer der Osteopathie, forderte von seinen Studenten, Menschen zu behandeln, keine Krankheiten.

Vor über 120 Jahren begründete er die Osteopathie - und das aus eigener Not heraus: Der Arzt musste machtlos mit ansehen, wie seine erste Frau und vier seiner Kinder erkrankten und starben. Die Schulmedizin entwickelte sich zu jener Zeit zwar sprunghaft weiter, entfernte sich jedoch durch reine Symptombehandlung immer weiter von der ganzheitlichen Medizin. Still suchte nach einem neuen Verständnis von Gesundheit und Krankheit, dem menschlichen Körper und von dem, was ihn heilen kann. Bis heute bilden seine Erkenntnisse die Grundlage der osteopathischen Medizin.

England und Frankreich als europäische Vorreiter

Bereits 1917 erreichte die Osteopathie England, und in den 40er Jahren etablierte sie sich auch in Frankreich. In Deutschland konnte sie erst in den 80iger Jahren Fuß fassen. Während dieser Zeit hat sich die Osteopathie ständig weiterentwickelt. Mittlerweile ist die Ausübung der osteopathischen Medizin zu einem selbständigen Beruf geworden, der eine mehrjährige Ausbildung erfordert.

Der Beruf des Osteopathen

In Deutschland ist der Beruf des Osteopathen gesetzlich bisher nicht anerkannt. Die Bezeichnung "Osteopath" ist folglich nicht geschützt. Am besten, Sie erkundigen sich vor der Behandlung, ob eine fünfjährige Ausbildung an einer renommierten Schule mit einer Abschlussprüfung absolviert worden ist.

 

 

EINIGE FALLBEISPIELE

Blasenprobleme nach Sprunggelenksverletzung

Ein Patient berichtet, dass er seit einiger Zeit Probleme beim Wasserlassen hat. Im Gespräch und bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass der Mann vor einiger Zeit mit dem Fuß umgeknickt ist. Normalerweise gleicht der Organismus solche kleinen Störungen aus. Manchmal ist er jedoch nicht in der Lage dazu. In diesem Fall haben sich Verspannungen vom Fuß bis in das Becken fortgesetzt.

In bestimmten Fällen kann es also durchaus sein, dass ein Osteopath zunächst den Fuß behandelt, wenn die Blase Probleme macht.

Hexenschuss und Zahnspange

Ein 16-jähriges Mädchen bekam morgens plötzlich starke Rückenchmerzen. Damit begann für die Schülerin eine Leidensgeschichte, die sich über ein Jahr hinzog. Sie probierte viele verschiedene Behandlungen aus, nahm Schmerzmittel, aber nichts half.

Als sie zum Osteopathen kam, stellte dieser fest, dass ihre Lendenwirbelsäule gut beweglich war. Auch fand er heraus, dass die Hirnhäute, vom Kopf aus abwärts, unbeweglich waren. Der Druck auf das Gesicht kam von einer Zahnspange, die sie seit eineinhalb Jahren trug. Hinzu kam, dass die Patientin ein halbes Jahr vor dem Anpassen der Zahnspange von einer kleinen Mauer gefallen und auf dem Hinterkopf gelandet war. Dieser kleine Sturz, den sie lange Zeit vergessen hatte, war die Lösung des Rätsels.

Ein Sturz mit Spätfolgen

Eine junge Frau suchte aufgrund chronischer Kniebeschwerden einen Osteopathen auf. Ein viel zu hoher Blutdruck kam als weitere Beschwerde hinzu. Der Osteopath stellte fest, dass Kreuz- und Steißbein in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt waren. Hinzu kam, dass die rechte Niere etwas niedriger lag als gewöhnlich. Bei der Befragung erzählte sie, dass sie kürzlich bei einer Bergwanderung auf einem Stein ausgerutscht und auf das Steißbein gefallen sei.

Als erstes behandelte der Osteopath den Bereich der rechten Niere, um ihre Beweglichkeit wiederherzustellen. Genau hinter der Niere befindet sich ein großer Nerv, der das Knie mit Impulsen versorgt. Somit kann es durch eine Verlagerung der Niere zu Nervenreizungen kommen, wie es in diesem Beispiel der Fall war.

Die Funktionen des Organismus sind auf vielfache Weise miteinander vernetzt, wie diese Geschichte zeigt.

Ohrenschmerzen nach Tauchgang

Eine Frau bekam bei einem Tauchgang Ohrenschmerzen. Es wurden Entzündungen der Nasennebenhöhlen und des Mittelohres diagnostiziert und mit einem Antibiotikum behandelt. Die Beschwerden besserten sich jedoch nicht.

Bei einer osteopathischen Untersuchung wurde festgestellt, dass die Patientin Störungen in vielen anderen Bereichen des Körpers hatte. Sie hatte jedoch von diesen Störungen bisher nichts bemerkt. Durch die zusätzliche Belastung beim Tauchen waren die Ausgleichsmechanismen ihres Körpers überfordert und versagten. Es wurden sodann die in diesem Fall zu Grunde liegenden Störungen behandelt.

In der Osteopathie ist es wichtig, die Ursache eines Problems nicht nur dort zu suchen, wo es wehtut.